Ich habe nun eine neue Attacke gegen meine Arthrosebeschwerden gestartet. Nachdem ich über Jahre Liebscher-Bracht immer mal wieder probiert habe und immer mal wieder weggelegt habe, wegen seiner Angeberei und Besserwisserei, aber nicht zuletzt auch, weil mir seine Übungen zu gewaltsam erschienen. Wenn ich nun, nachdem ich gemerkt habe, es steuert mal wieder alles auf eine Operation zu, beziehungsweise der Gedanke immer stärker wurde, sich operieren zu lassen. wieder zu Liebscher-Bracht zurückgekehrt bin, so musste ich mich entschließen, seine Angebereien zu ignorieren und seine Analysen und Vorschläge vorbehaltlos oder zumindestens vorurteilsfrei hinzunehmen. Ich habe das Buch von ihm – Die Arthrose-Lüge -obwohl mich der Titel nach wie vor zutiefst abstößt, weiter gelesen und festgestellt, wenn man alle seine Angebereien, Spitzen gegen die Ärzteschaft und Besserwissereien ignoriert, dass dort viele sachliche und gut begründete Argumente vorgetragen werden. Seine Hauptthese ist (und diese wollte ich zunächst überhaupt nicht akzeptieren und bin auch bis heute noch etwas misstrauisch):. Dass Fehlhaltung, Fehlbewegung, unzureichende Bewegung Muskelverspannungen, Faszienverklebungen erzeugen, die dann in der Folge erst den Druck auf die Gelenke so stark machen, dass es zum Knorpelabbau kommt und damit die Arthrose erst auslöst? Es ist also der umgekehrte Gesichtspunkt. Es ist der Gesichtspunkt, nicht der Knorpelabbau und der damit einhergehende Verlust an Knochensubstanz ist für die auftretenden Schmerzen verantwortlich. Diese Schmerzen, die möglicherweise nur als Muskelschmerzen wahrgenommen werden, wären aber Schmerzen , die letztlich durch das Reiben der Knochen gegeneinander oder auf die zu dünne Knorpelschicht ausgelöst werden.
Lassen wir uns auf seinem Standpunkt ein, dann kann es trotzdem sein, dass Arthrose als solche irreversibel ist. Wir müssen nicht seinem Glauben folgen, dass sie heilbar ist im eigentlichen Sinne des Wortes, das heißt also der Knorpelabbau rückgängig gemacht werden kann.
Lassen wir uns also darauf ein: Es sind primär die Muskelverspannungen, die Faszienverklebungen, die Muskelverkrampfungen, die Unbeweglichkeit unseres Körpers, die verantwortlich für unsere Schmerzen sind und dass wir hier im eigentlichen Sinne ursächlich rangehen müssen und nicht an irgendwelche Strukturveränderungen, sprich: künstlicher Hüftersatz.
Was habe ich bisher getan? Ich habe langsam angefangen, mich an L-B zu gewöhnen. Das heißt, ich habe einige Dehnübungen mit ihm durchgeführt, die unglaublich anstrengend waren, aber von denen ich den Eindruck hatte, dass sie mir recht gute taten. Dann habe ich, das muss so ungefähr am. 15. oder 16. November gewesen sein, einige Arthroseübungen von Liebscher-Bracht ausgesucht und angefangen, diese systematisch zu üben. Hierbei insbesondere die Faszien mit Rollen und Bällen bearbeitet. Das ist recht anstrengend, da sie in einer Körperhaltungen durchgeführt werden sollten, zu der ich eigentlich nicht richtig in der Lage bin. Deshalb habe ich so einige Ersatzhaltungen eingenommen mit ähnlicher Wirkung. Sind dabei gewisse Erfolge zu verzeichnen gewesen? Das ist nur schwer zu sagen. Ich hatte diesen Eindruck, aber einige typische Beschwerden blieben und besonders auch die Nächte blieben weiter recht anstrengend mit den Schmerzen in der Hüfte und mit Ausstrahlungen ins Bein. Es ist recht schwer, Fortschritte von Tag zu Tag festzustellen. Da ein alter Körper jeden Tag anders reagiert, mal ist er beweglicher mal ist er kraftvoller, mal sehr müde und schlapp und dies dann abzugleichen mit den Erfolg oder Misserfolg der Übungen ist mehr als schwer. Man wird also nur über eine längere Strecke definitive Schlussfolgerungen ziehen können. Zensuren zu vergeben dürfte auch nicht sinnvoll sein, da sich die Maßstäbe von Woche zu Woche oder Monat zu Monat verschieben dürften. Und dennoch muss ich versuchen, von Tag zu Tag Protokoll zu führen, um einen ungefähren Eindruck zu gewinnen, wie die Entwicklung ist. Vielleicht kann man dann im Rückblick feststellen, dass man immer wieder das gleiche Gejammere ablässt, dies jedoch auf immer höheren Niveau also immer tieferen Schmerzniveau.
Gestern ist noch eine weitere Technik hinzugekommen: die Bearbeitung der verspannten Stellen mit einer Fitnesspistole, die massiert und triggert. Wenn mir in einigen Wochen vielleicht etwas geholfen ist, werde ich natürlich nicht unterscheiden, welches Verfahren am meisten oder überhaupt geholfen hat, das muss mir dann aber gleichgültig sein, denn keines dürfte dann geschadet haben.
Eine weitere Verhaltensänderung soll noch hinzukommen: ich werde immer wieder versuchen aufrecht zu sitzen und wenn ich liege, die Hüfte in kurzen Abständen (w3-5 Minute) zu bewegen, so dass keine Einsteifung stattfinden kann. Was mache ich bloß beim Schlafen?
Also los geht’s. Meine Übungen sollen für einige Zeit folgende sein:
- 30 Min. allgemeine beidseitige Dehnübungen nach L-B, nach dem heißen Duschen.
- Faszienrollmassage nach L-B, nach dem Frühstück.
- Irgendwann später Bearbeitung von Hüfte, Gesäß, Oberschenkel mit Fitnesspistole.
- Ständige Haltungskontrolle (s. o.)
- Gehen 5 – 7 km, 2 – 3 mal wöchentlich, Radfahren wie es sich ergibt.
- Gerätekraftsport 2mal wöchentlich mit etwas reduzierten Gewichte.
Nach dieser Nummerierung werde ich den täglichen Bericht erstellen.
