Ein bisschen Krankengeschichte

Nun will ich aber erst einmal etwas über mich und meine Krankengeschichte erzählen. Ich gehe scharf auf die Achtzig, wiege etwa zwei Zentner und bin gerade noch einsneunzig groß. Seit knapp zwei Jahren habe ich Probleme mit dem rechten Arm und habe diese Probleme noch verschärft durch längere Arbeiten mit meinen Büchern, indem ich sie umgestapelt habe, in Kisten verpackt und verschenkt oder wenn Sie mir dafür nicht gut genug waren, in die Mülltonne geworfen habe, natürlich in den Papiercontainer. Als ich dann gegen Ende 2016 doch mal einen Orthopäden aufgesucht habe, meinte er, man könnte ja mal ein bisschen Physiotherapie versuchen, aber der Zustand ist so miserabel (MRT-Untersuchung – vom Hausarzt veranlasst – habe ich ihm vorgelegt), dass er keine große Hoffnung habe, dass wir um eine Operation herum kommen. Daraufhin habe ich diesen Orthopäden erst einmal wie die Pest gemieden und mich bei meinem Hausarzt um weitere Physiotherapien bemüht. Aber die Institution, die ich dazu ausgesucht habe, war für diesen Fall wohl nicht gut genug qualifiziert. Es wurde immer schlimmer, immer schlimmer, immer schlimmer, sodass ich mich selbst zur Operation entschlossen habe. Und bin wieder zum gleichen Orthopäden gegangen, der natürlich sofort einverstanden war, er konnte ja wieder eines seiner Belegbetten füllen (das ist böse, ich weiß, aber um diesen Verdacht zu zerstreuen, muss man wohl einen anderen Chirurgen nehmen). Der Termin konnte aber nicht am nächsten Morgen sein, wie ich gehofft hatte ( grins), sondern erst in 14 Tagen. Ich bat ihn um irgendetwas, um meine Probleme vielleicht etwas zu mildern und schlug ihm (statt Schmerztabletten) Ultraschall vor. Also machte er Ultraschall mit mir, genauer gesagt, ich mit mir, denn das Gerät musste ich selber bewegen. Nach dreimal Ultraschall hatte ich den Eindruck, dass das tatsächlich etwas hilft. Aber gleichzeitig bekam ich einen bösen Hautausschlag, ich vertrug offensichtlich das Gel nicht. Er meinte entweder Operation absetzen oder Ultraschall absetzen. Dummerweise habe ich mich für das letztere entschieden, obwohl ich dann mit einem konservierungsmittelfreien Gel ohne Probleme weiter Ultraschall hätte machen können, wie ich dann nach der Operation festgestellt habe.
Die Nachbehandlung nach der Operation musste ich dann im Wesentlichen selber steuern. Er hat weder Anweisung gegeben, wie die Physiotherapie durchzuführen ist, noch ist er auf die Idee gekommen, mir ein Armhebegerät zu verschreiben, oder ähnliche Hilfsmittel. Aber er hat es dann brav gemacht, wenn ich es verlangt habe. Die Physiotherapeutin hat das auch nicht besonders gut gemacht, sie war Anfängerin. Später bin ich dann an eine erfahrene Physiotherapeutin geraten, die manuelle Therapie beherrscht, die das entschieden besser gemacht hat. Aber die Beschwerden nach der Operation hielten an und an und an. Einmal habe ich mir dann eine Cortisonspritze geben lassen, da waren dann für ein paar Wochen die Schmerzen nicht mehr belastend.
Jetzt wird dieser Vorspann zu lang, ich werde ihn morgen fortsetzen, jetzt erst wieder zum Tagesgeschehen.
Heute noch mal ein längeres Gespräch mit TD gehabt und er hat mir empfohlen zunächst eine Woche lang nur Armbewegungen zu machen, ohne die Gewichte bzw. den Expander einzusetzen. Ich habe das natürlich gleich eifrig begonnen, aber nach der Hälfte der Zeit doch wieder Gewichte bzw. Expander dazu genommen. Aber diesmal auf jede Steigerung verzichtet, nach vier bis fünf Runden habe ich dann aufgehört.
Am Nachmittag noch mal in die Videos von TD hineingeschaut und bin auf eines gestoßen, das noch mal genauer den Unterschied zwischen dem alten und dem moderneren Schulterbügel erläutert. Danach müsste das Umhängen nach vorne entschieden einfacher sein als nach hinten. Sollte ich einfach zu blöd sein? Also noch mal ran. Und dann habe ich den Trick gefunden wie man das bequem einhängt, war doch zu blöd. Nun benutze ich das Gerät recht problemlos und zunächst konsequent nur zur Erhöhung der Beweglichkeit meiner Arme. Interessant, in den ersten Runden schaffe ich es nicht mal den Arm bis in die Waagerechte zu bekommen. In der fünften oder sechsten Runde stand er denn schon über der Waagerechten. Natürlich erwarte ich nicht, dass das beim nächsten Anlauf gleich wieder so gut klappt. Ich werde wohl mich erst wieder warm arbeiten müssen. Nach diesen Erfahrungen mit dem Einhängen nach vorne, was auch dazu führt, dass man in den Pausen doch sich sehr bequem von dem Gerät entlasten kann, steigerte sich meine Zufriedenheit enorm, ohne dass ich natürlich schon ein Fortschritt bemerken kann. Das wäre wohl zu viel verlangt. Als ich mich noch mit der rückwärtigen Einhängen herumgequält habe, habe ich fast Ängste entwickelt, ob ich dann auch wieder gut herauskomme. Das ist nun vorbei, das Gerät ist etwas mehr zum Freund geworden. Ich werde es jetzt zweimal täglich etwa 15 Minuten einsetzen, da doch die muskuläre Belastung bei dieser Art der Nutzung relativ gering ist, die Muskeln sich also nicht so langwierig erholen müssen. Erfahrungsgemäß geht aber die Beweglichkeit immer schnell wieder zurück, deshalb der häufigere Einsatz.